I
Die Hochschule für Musik Karlsruhe ist eine künstlerisch-wissenschaftliche
Einrichtung, die in Verantwortung für ein vielfältiges
Musik- und Kulturleben ihre Studierenden auf künstlerische
Berufe vorbereitet. Unsere Ausbildung umfasst zugleich den
Bereich der Musik- und Kulturvermittlung. Differenziertes Nachdenken über
Musik und höchste künstlerische Qualität sind
uns Anspruch und Ziel zugleich. Der sich auf den Podien der
Welt bewährende Künstler wie der »wissende« Musiker
und der der Kunst verpflichtete Wissenschaftler stehen gleichermaßen
im Fokus unserer Ausbildung.
Wir sehen uns in Verantwortung für unser Land und seine
Zukunft, schätzen uns dabei glücklich, ein international
gesuchter und renommierter Ausbildungsort zu sein.
Eine Ausbildung auf höchstem Niveau ist uns selbstverständliches
Gebot. Wir
gewährleisten dies durch ein Dozententeam von internationalem
Rang, durch
intensive Betreuung unserer Studierenden in ihren unterschiedlichen
Befindlichkeiten
und in regelmäßiger Evaluation und ständiger
Verbesserung der Lehre.
Wir fördern unsere sorgfältig ausgewählten
Studierenden durch ein breites Studienangebot,
durch internationale Partnerschaften, durch ein vielfältiges
kulturelles Angebot, durch die Begegnung mit bedeutenden Persönlichkeiten
aus Kunst und
Wissenschaft auch im Rahmen unserer Meisterklassen, durch
vielfältige
Anregungen
zum Gespräch über Musik, zum gemeinsamen Musizieren,
durch zahlreiche Möglichkeiten des Sich-selbst-Erprobens.
Ensemblemusizieren / Kammermusik ist uns ein hohes Anliegen.
Studienpläne und Studienzeit sind angemessen aufeinander
abgestimmt. Dabei respektieren wir, dass künstlerische
Entwicklung immer auch Persönlichkeitsbildung bedeutet
und oft nicht ohne Krisen verläuft.
II
Die Hochschule für Musik Karlsruhe ist der großen
europäischen Musiktradition verpflichtet. Hier Höchstleistungen
zu fördern, gehört zum Kernbereich unserer
Ausbildung. Wir sind Innovationen gegenüber aufgeschlossen.
Zukunftsgerichtetes Denken und die Auseinandersetzung
mit neuer Musik als kreativem Ausdruck unserer Zeit prägt
unser Profil. Dabei gilt: Nur im Wissen um Altes können
wir Neues erkennen. Nur in der Erfahrung des Neuen erschließt
sich das Alte ganz.
III
Die Hochschule für Musik Karlsruhe orientiert sich
mit ihrem berufsbezogenen Lehrangebot
in hohem Maße an den Bedürfnissen des Marktes.
Doch folgen wir, der Kunst als Ausdruck eines humanen Menschenbildes
verpflichtet, nicht einfach dem Zeitgeist, sondern arbeiten
auch in Widerstand zu zeitgegebenen Moden dafür,
Tradition zu bedenken, zu vermitteln und für nachkommende
Generationen zu bewahren.
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IV
Der Hochschule für Musik Karlsruhe ist das Bemühen,
Musik historisch informiert zu verstehen, ein selbstverständliches
Anliegen. Dies gilt in praktischer, theoretischer und
forschender Auseinandersetzung für alle Musik – von
der so genannten »alten« bis
ins 21. Jahrhundert.
Mit authentischem Instrumentarium, angemessener Spieltechnik
und im Wissen um die künstlerischen Gestaltungsmittel
der jeweiligen Zeit wird versucht, sich den Werken anzunähern
und differenziert gerecht zu werden. Dabei ist stilistische
Vielfalt und Offenheit für unterschiedlichste interpretatorische
Erfahrungen Ziel der Ausbildung. Dabei gilt, dass Musik
nicht in die Vergangenheit zurückgebracht werden
kann, sondern im Erklingen immer Gegenwart ist.
V
Musikalische Bildung fördert nachweislich Kreativität,
Konzentrationsfähigkeit, soziale Kompetenz, kognitive
Fähigkeiten. Ohne frühzeitige musikalische
Prägung
der Kinder verspielen wir die Zukunft unseres Landes.
Nur durch breite musikalische Förderung finden sich
auch Hochbegabungen. Von solchem Nachwuchs – einem
verstehenden wissenden Publikum und großen, das Musikleben
prägenden
Künstlerpersönlichkeiten – lebt unser
gegenwärtiges
und unser zukünftiges Musik- und Kulturleben. Unser
Einsatz heute entscheidet, wie unsere Kultur morgen sein
wird. Die Hochschule für Musik Karlsruhe stellt
sich dieser Verantwortung.
VI
Der Heidelberger Philosoph Hans Georg Gadamer hat
benannt, wie in der Kunst Spiel und Ernst zusammenkommen,
Lebensfreude und Regelwerk. Dabei ist das »im Spiel
der Kunst Gespielte keine Ersatz- oder Traumwelt, in
der wir uns vergessen. Das Spiel der Kunst ist vielmehr
ein durch die Jahrtausende hindurch immer aufs neue vor
uns auftauchender Spiegel, in dem wir uns selber erblicken – oft
unerwartet genug, oft fremdartig genug –, wie wir
sind, wie wir sein könnten, was
es mit uns ist.«
Hier finden wir unsere Bestimmung als Kunst-, als
Musikhochschule, hierin liegt unsere gesellschaftliche
Aufgabe und Bedeutung, in solchem Kunstverständnis gründet
sich gleichermaßen
Verantwortung und Freude, nachkommenden Generationen
Herkunft zu vermitteln, um Zukunft zu gewinnen.